Zurück aus Masuren. Was für ein schönes Land. Die kitschigen Bilder, die man so kennt, mit idyllischen Seen und so, sind nicht übertrieben. Ist wirklich so dort. An jeder Ecke liegt ein einsames Boot im Schilf oder versucht ein einsamer Angler auf einem einsamen Steg sein Petri heil.

Aber es gab auch Enttäuschungen. Nachdem ich davon aus Krakau so geschwärmt hatte, wollte ich mit Annett unbedingt mal Bigos essen gehen, das viel beschriebene Nationalgericht Polens. Es war nicht zu bekommen (in einem Restaurant auf Bestellung zwei Tage vorher), obwohl es angeblich laut Reiseführer auf keinem Speiseplan fehlt. Erst in Danzig sind wir fündig geworden.
Da hilft nur eins: selber machen.
Ja, während ich hier schreibe (bei einem Schluck Talisker; Hermi, falls dein Bowmore bald alle ist…), köcheln ca. 2 kg Bigos vor sich hin.
(Hermi, ich weiß, das Bild von der Küche bin ich dir auch noch schuldig. Aber wir warten noch auf eine neue Dunstagzugshaube. Ohne die klafft noch eine ziemlich große Lücke an der Wand.)

Der Aufenthalt in Danzig hat sich ebenfalls sehr gelohnt. Die wieder aufgebaute Altstadt ist wunderschön.
Auf zirka sieben mal sieben Straßenzügen alles voller alter Hansehäuser, die die größte Backsteinkirche (die ich jetzt kenne 😉 umrahmen.

Es ist Zeit, mit einer Legende aufzuräumen.
Die Straßen sind bei weitem nicht so schlecht, wie sie von vielen gemacht werden. Es gibt sicher ab und zu mal diese berüchtigten Spurrinnen. Aber darin muss man ja nicht unbedingt fahren. Schlaglöcher haben wir nicht ein eiziges Mal erlebt. Allerdings kommt man trotzdem nicht sehr schnell vorwärts wegen einer fehlenden Autobahn. Man muss sich darauf einrichten, so schnell (oder besser langsam) wie ein Laster zu sein. Denn man fährt praktisch immer hinter einem her und kann nicht überholen, weil entweder doppelter Streifen gemalt ist, oder wenn nicht, dann Gegenverkehr oder die zu überholende Schlange zu lang. Alles in allem schafft man es auf einen Schnitt von 60 km/h, wenn man keinen Zeitdruck hat
und 70 km/h, wenn man vorhat, zeitig anzukommen. Immerhin ist es diesen Geschwindigkeiten zu verdanken, dass ich es geschafft habe, mit einem Tank über 1000 km zu fahren. Und das lag nicht an einem exorbitant großen Tank, sondern an einem Schnitt von 4,85 l/100km.

Noch eine erwähnenswerte Erfahrung:
Im Gegensatz zu Deutschland bekommt man in Polen, welches keine ausgesprochene Kaffeetrinkernation ist, sein Heißgetränk wirklich immer heiß. Da bin ich aus DD ganz andere Sachen gewohnt.

Und eine letzte Erkenntnis mit einem makaberen Beigeschmack ist, dass Adolf Nazi sich für seine schlimmen Vorhaben wirklich immer nur die besten Plätze ausgesucht hat. Die Bunker der Wolfsschanze inmitten der grünsten Wälder und ein paar V2-Abschussrampen im Slowinzischen Nationalpark an der Ostseeküste ganz in der Nähe den großen Wanderdünen.

Mehr Bilder zur Anschauen dann wohl mal bei Gelegenheit.

Smacznego.

dsc09872_200.jpg

Advertisements

»

  1. dagusia sagt:

    czesc!!!!
    das ist schön!!!!
    Ich sehe schon: ich kann die werbung der polnischen landschaft ruhig euch überlassen.
    meine arbeit in deutschland ist getan!!
    – na dann: ab nach kanada!
    dowidzenia, dobranoc, buzka

  2. herminator sagt:

    2 KG Bigos ?! Starkes Mengengeruest – Hat sich etwa der „DICKE“ angekuendigt ? 😉
    keine schlagloecher ?! kann nich sein (!) – geradezu unglaubwuerdig fuer jemanden, der ab und zu die strassen von breslau geniessen durfte um seine angebetete zu besuchen… (hier ein kurzer auszug einer konversation bei solch einem aufenthalt in wroclov/breslau: “ tschetsch ? – tscheeeschtsch (kopfnicken) – i tscheschtscht tscheschtschtje ? – tak, tak – tscheeschtsch. (erneutes kopfnicken).“
    polnisch ist also ziemlich einfach wie man sieht – habt ihr auf eurer reise ja bestimmt auch gemerkt. what the hell ist Talisker ? (muss ich doch gleich mal googeln)…
    cooler bericht.
    gruss -bzw. CZESCZ
    /h.

  3. herminator sagt:

    mensch, fuer TALISKER gibts ja sogar einen eigenen eintrag bei wikipedia …
    uebrigends, wenn du mehr fotos hast: ich kann das (kostenfreie) magix fotoalbum nur empfehlen (hab ja in einem frueheren beitrag dafuer schon mal ‚werbung‘ gemacht) – und da die ihr entwicklerteam in dresden sitzen haben, ist es sogar noch so eine art gute tat …
    hier zum beispiel-kieken:
    http://www.heiko-herrmann.magix.net

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s